Access & Austausch

»Ich glaube an Vielfalt als Quelle von Kraft –
sowohl von Sicherheit und Stabilität als auch von Veränderung und Erneuerung.
«


Wo die Diversität einer Gruppe bewusst wahrgenommen wird, wo man sich mit Andersartigkeit konfrontiert, ist allen klar, dass Verständigung nicht Realität sondern Aufgabe ist, dass man einen Weg zurücklegen muss, um einander zu begegnen. Die Aufmerksamkeit in der Kommunikation steigt. Auch die Zeit, die man sich für Kommunikation nimmt, steigt. Missverständnisse und Irritationen kommen daher viel seltener vor. Dadurch steigt auch die Sicherheit und das Vertrauen in der Gruppe. Ebenso steigt ganz gewaltig die Möglichkeit, etwas zu lernen und zu entdecken.

Missverständnisse entstehen in der Regel durch die Erwartung, man könne Einverständnis voraussetzen. Ohne zu fragen nimmt man an, dass das Gegenüber ähnlich wahrnimmt und denkt. Ich könnte auch sagen: Man selbst ist der Maßstab der eigenen Welt. Wenn sich dann im Nachhinein heraus stellt, dass Andere, Dinge auf dem Boden der eigenen Erfahrungswelt anders gemeint oder verstanden haben, ist man wie vor den Kopf gestoßen. Man merkt „hier ist etwas falsch gelaufen“ und fragt automatisch: war ich falsch oder mein Gegenüber?

Beide richtig –
nur eben anders.


Augenhöhe ist da möglich, wo alle bereit sind, sich als Lernende zu begreifen. Ich selbst finde das sehr befreiend. Zu wissen, dass ich (noch) nicht alles (allein) können und schaffen muss, weil das menschlich ist, es also letztlich Allen so geht, hilft mir sehr, geduldig mit mir selbst zu sein. Auch wenn ich merke, dass ich manchen Menschen gegenüber Hemmungen habe, zuzugeben, dass ich etwas nicht (allein) kann. Ich habe jedoch erlebt, dass eine Gruppe, in der man offen über eigene Grenzen sprechen kann, sehr gut und effektiv arbeitet. Denn für ein Problem, das offen auf dem Tisch liegt, findet sich in der Regel sehr schnell innerhalb der Gruppe eine Lösung. Probleme, die man vergräbt, weil man sich schämt sie anzusprechen, können im Verborgenen wachsen und zeigen sich dann oft im ungünstigsten Moment.

Ich stelle fest, dass Verantwortung zu tragen mir nicht nur Freude macht, und ich darin Bestätigung finde, sondern dass es auch immer wieder neue Kräfte in mir mobilisiert. Diese Erfahrung wünsche ich möglichst vielen Menschen. Daher arbeite ich stets mit dem Ziel, Verantwortung zu teilen, Entscheidungen gemeinsam zu treffen und zu vertreten, Konsequenzen gemeinsam zu bedenken, zu feiern oder auch auszuhalten.

Netzwerke & Kooperationen


Ich arbeite mit Künstler*innen, Gruppen und in Netzwerken, die auf Kooperation setzen – Diversität zulassen, fördern und genießen – Anderen und der Welt forschend, mutig und zugleich mit Demut, und im Bewußtsein der Begrenztheit der eigenen Kraft und Erfahrung begegnen.