Produktionen

Das lebende Museum

ein interaktiver Theater-Spaziergang über die Wallanlagen

Von Die AZUBIS für Menschen ab 6 Jahren – mit und ohne Sehbehinderung

Premiere September 2021 Spielort Planten un Blomen


Das Wasser des alten Wallgrabens glitzert in der Sonne, Enten quaken und alte Bäume spenden Schatten für eine Pause mitten in der Stadt. Wo heute die Autos vorbeirauschen, trabten früher Pferde und statt des Café stand auf dem Wall die schwer bewaffnete Bastion Rudolphus: Vor 201 Jahren wurde beschlossen, die militärischen Schutzanlagen zu Hamburgs erstem öffentlichen Garten umzuwidmen: Grünfläche statt Grenzbewachung!

Mit dieser utopische Idee im Kopf nehmen Die AZUBIS ihre Zuschauer:innen mit auf einen Streifzug durch die Wallanlagen: Gemeinsam mit einer Raupe machen wir uns auf den Weg, treffen ausrangierte Wachsoldaten, Langeweile-Liebhaber und Botanik-Expertinnen bei der Forschung. Am Ende begegnen wir einem Stadtplaner, der neue Häuser für Familien auf dem Parkgelände errichten will – denn in Hamburg sind die Wohnungen knapp! Was jetzt – sind Wohnungen wichtiger als ein Park? Oder Umgekehrt? Und wo ist eigentlich Raupi?

Mit Poesie, Trash und Spazierstock nehmen wir den Park und seine Geschichte unter die Lupe, tauchen ein in die Vergangenheit und suchen in interaktiven Momenten nach der Bedeutung des Parks in der Gegenwart.

Neben den Spielszenen hören die Zuschauer:innen Hörspielgeschichten aus vergangenen Zeiten und Interviews von Parkbesuchern. Das Gehörte und die Realität des Parks verbinden sich dabei und lassen uns das scheinbar Vertraute neu erleben.

Der Theaterspaziergang richtet sich an Schulklassen der Jahrgänge 1 – 4 sowie Familien mit Kindern ab 6 Jahren. Die Aufführung ist für Menschen mit und ohne Sehbehinderungen geeignet. Da wir uns zum Teil durch unwegsames Gelände bewegen, ist es für Menschen mit Sehbehinderung hilfreich, eine Begleitperson mitzubringen.

Die Produktion ist Teil des Forschungsprojektes A wie Access Wahrnehmung befragen – Zugänge schaffen


von und mit Dorothee de Place, Kai Fischer, Caroline Heinemann, Christopher Weiß Kostüme Cora Sachs Assistenz Lisa Apel

gefördert vom Fonds Darstellende Künste aus den Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien #take action #take part



Herr Kaiser

eine inszenierte Selbstinszenierung für Menschen ab 6

Premiere März 2019 Spielorte Klabauter Theater, Fundus Theater, Kulturzentrum Barmbek Basch, Schulen


Herr Kaiser wünscht sich nur eines: Dass alle Welt ihn kennt und die Besucher Schlange stehen, um ihn zu bewundern. Doch allein sich schön zu kleiden,reicht nicht aus. Da kommt der windige Herr Weber gerade recht.

Er gibt vor zu wissen, was zu tun ist und beginnt sofort Herrn Kaisers Leben zu inszenieren. Bis hin zu einem Auftritt in neuen Kleidern aus dem herrlichsten Stoff, den es je gab. Und den nur sehen kann, wer klug ist und für sein Amt taugt. Wer kann dazu schon nein sagen?

Setze Dich in Szene, mache etwas aus Deinem Leben und lass andere daran teilhaben. Dies scheint das Gebot der Zeit zu sein. Denn wer will schon schlecht dastehen?

Herr Weber kennt sich aus im Netz und spinnt geschickt sein eigenes. Das junge Publikum wird mit eingesponnen, darf „voten“ und „news faken“. Doch wer den Stoff durchschaut fragt sich: wer wird hier eigentlich betrogen?

Frei nach „Des Kaisers neue Kleider“ von H.C. Andersen


Spiel Sabrina Fries, Katrin Heins, Frank Puchalla, Marc-André Steffen Musik Florian Polzin Ausstattung Tina Erösová Text Frank Puchalla Regie Dorothee de Place




Pressestimmen:

Mopo 26.3.2019 – „Mächtig, eitel, Social-Media-süchtig“ – Premierenkritik von Dagmar Ellen Fischer

Szene Hamburg, März 2019 – „Wir sind ein stinknormales Theater“


Endspiel

von Samuel Beckett

Premiere Februar 2018 Spielorte Klabauter Theater Hamburg, monsun theater Hamburg


Es ist ein gutes Gefühl, gebraucht zu werden. Von Anderen. Zu helfen, weil man es kann, weil man das schafft, was dem anderen fehlt. Ein gutes Gefühl. Und wenn man selbst mal Hilfe braucht? Nicht so gut. Ruckzuck beginnt ein Machtspiel. Lieber unabhängig sein.

Vier Menschen sitzen miteinander fest. Sie brauchen einander und hassen die Tatsache, dass sie einander brauchen. Sie spielen ihre Stärken gegeneinander aus und leiden im Gegenzug unter den Machtdemonstrationen der anderen. Man dreht sich im Kreis, wie in einem Tanz, wie in einem Spiel. Es ist absurd und albern, manchmal komisch, oft schmerzhaft.

In Endspiel entlarvt Samuel Beckett die Unabhängigkeit als das wahre Spiel: Die große Illusion, der wir uns so gern hingeben und die aufrecht zu erhalten uns manche Erschwernis und Idiotie wert zu sein scheint. Denn es ist wahr: Wir brauchen einander und haben Angst davor.

Die Schauspieler*innen des (inklusiven) Klabauter Ensembles erzählen „Endspiel“ von Samuel Beckett mit eigener Dringlichkeit von Abhängigkeit und Machtspielen. Von dem Wunsch, Schwächen zu verbergen und ihre Verstecke bis aufs Blut zu verteidigen. Nicht selten bis aufs eigene Blut. Gewinnen kann in diesem Spiel nur der, der es aufgibt.

Also, los. Gibst du auf? Du zuerst. Wir sind doch eh fast am Ende …


Spiel Sabrina Fries, Amon Nirandorn, Lars Pietzko, Marc-André Steffen Musik Florian Polzin Bühne/Kostüm Sonja Zander Assistenz Charlotte Waubke und Marc Leon Heidböhmer Regie Dorothee de Place




Pressestimmen:

taz, 3.3.2018 – „Mit der ganzen Kraft des Körpers“ – Endspiel, Klabauter Theater

hamburgtheater_2.9.2018 _Endspiel, Klabauter Theater


Nichts

Premiere November 2016 Spielorte Klabauter Theater Hamburg, Schultheater-Studio Frankfurt, Mecklenburgisches Staatstheater Schwerin, TUFA Trier


Was war, bevor Alles begann, und wie ist Alles geworden?

In Zeiten der Bedrohung und Entwurzelung erzählen die Menschen sich Geschichten vom Beginn. Von den Aboriginies in Australien über die Inuit Grönlands bis zu den Selknam auf Feuerland wird an Legenden gestrickt, die berichten, wie die Welt wurde, wie sie ist, warum genau das hier unser Platz und dies unsere Regeln sind. Wir haben den Faden aufgenommen.

Die Besetzungsliste dieser Geschichten ist voll von rüpelnden Göttern, versunkenen Träumern und Urwesen, die ihr Unwesen treiben. Verwegene, kraftvolle, wie auch verzweifelte und mörderische Taten bilden den Humus, aus dem das Leben auf der Erde erwächst.

Welche Gedanken durchziehen diesen Morast? Welche Ängste Spiegeln sich in der Urflut? Welche Sehnsüchte liegen in diesen Höhlen verborgen?


Spiel Dagmar Dethlefsen, Sabrina Fries, Oliver Gerhard, Katrin Heins, Cornelia Neudeck, Amon Nirandorn, Sven Olejnik, Lars Pietzko, Thea Sagawe, Marc-André Steffen, Agnes Wessalowski, Emily Willkomm Musik Florian Polzin Ausstattung Tina Erösová Licht Alisha Barss Assistenz Lisa Apel und Rico Lorenz Regie Dorothee de Place



Pressestimmen:

Morgenpost, 7.11.2016 – Vom Urknall zur Gegenwart – Theatergruppe „Klabauter“ spielt „Nichts“


AJAX Katharsis

frei nach Sophokles, inspiriert von Luz

Premiere Februar 2016 Spielorte Klabauter Theater Hamburg,


Kriege schaffen Opfer. Und Helden.


Wo siehst Du Dich?


So manche opfern sich und werden so zu Helden. Mancher Held wird zum Opfer der Begeisterung anderer. Manches Opfer wird erst nachträglich zum Helden gemacht. So mancher wird zum Opfer des Wunsches, ein Held zu sein.

Siehst Du Dich?

Die Einen sind stark und deshalb angreifbar.

Die Anderen schwach und deshalb heilig.

Heilig?! Im Krieg? Was soll denn daran heilig sein??

Ajax ist der zweitgrößte Held vor Troja, nach Achilles. Und das wurmt ihn.
Luz ist ein Karikaturist von Charlie Hebdo, der zu spät kam. Und das rettete ihm das Leben.
Das was? Das Leben.
Das Leben als was?

Das Ensemble des Klabauter Theaters spielt das Ende des Ajax, einen kleinen Abschnitt aus dem großen Trojanischen Krieg, in dem ein großer Krieger einen kleinen und unehrenhaften Tod findet, und fragt sich dabei im Großen wie im Kleinen, was den Menschen ausmacht.
Es ist ein Abwägen: Kraft oder Weisheit, Göttlichkeit oder Menschlichkeit, Geburt oder Rettung, Verantwortung gegenüber dem eigenen Kind oder Verantwortung gegenüber der Gesellschaft?


Spiel Dagmar Dethlefsen, Sabrina Fries, Oliver Gerhard, Katrin Heins, Cornelia Neudeck, Amon Nirandorn, Sven Olejnik, Lars Pietzko, Thea Sagawe, Marc-André Steffen, Agnes Wessalowski, Emily Willkomm Musik Florian Polzin Ausstattung Tina Erösová Licht Simon Zander Assistenz Nadine Pepmeyer, Klara Regie Dorothee de Place



Pressestimmen:

Morgenpost, 15.02.2016 – Heftiger Stoff, starke Inszenierung – Premierenkritik AJAX Katharsis


Han Gan und das Wunderpferd

nach dem Bilderbuch von Chen Jianghong

Uraufführung September 2006 Wiederaufnahmen 2008, 2010, 2016 Spielorte Fundus Theater Hamburg, Kampnagel Hamburg, Shanghai International Contemporary Theatre Festival


Chen Jianghong, der Maler und Autor des Kinderbuchs „Han Gan und das Wunderpferd“ schlüpft in die Rolle von Han Gan – Maler am Hof des Kaisers von China – und tuscht die Geschichte vor den Augen des Publikums. Er wird dabei unterstützt durch einen jungen Geschichtenerzähler und Musiker:innen der Mittelschule des Shanghaier Konservatoriums und ihren klassischen Instrumenten: Guzheng, Erhu, Pipa und Dizi.

Han Gan malt am liebsten Pferde. Sie sehen ungemein lebendig aus und sind stets angebunden – damit sie nicht davon laufen.

Eines Abends erscheint ein Krieger und fordert ein Pferd von dem Maler, denn der Feind steht vor den Toren der Stadt.

Han Gan gibt sein Bestes, doch die Zeichnung will nicht gelingen. Als er das unfertige Bild ins Feuer wirft, entspringt ihm ein Pferd mit nimmer müden Kräften, das den Krieger von Sieg zu Sieg führt.

Doch der Schmerz und die Wirren des Krieges erschrecken das Tier. Es wirft seinen Reiter ab und flieht. Nach langer Suche findet der Krieger es auf einem Bild des Malers versteckt in einer Gruppe anderer Pferde.


Spiel und Malerei Chen Jianghong Spiel Robert Köhler (2006), Lukas T. Sperber (2008), Laurenz Riesselmann (2010) Musik junge Musiker:innen der Mittelschule des Shanghaier Konservatoriums Bühnenbau Niels Knott Regie Dorothee de Place Produktion kinderkinder e.V.